The Guard – Ausgabe 02
Deine Zahnhygiene ist dir wichtig. Aber wie sauber ist dein Zahnschutz?
Zahnhygiene gehört für uns selbstverständlich zum Alltag.
Aber wie sieht es mit einem Produkt aus, das beim Sport regelmässig direkt auf unseren Zähnen und am Zahnfleisch sitzt?
Wie sauber ist dein Zahnschutz wirklich?
Eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2026 mit 214 jugendlichen Eishockeyspielern in Ontario zeigt, dass das Thema keineswegs selbstverständlich ist: Nur 52 % der befragten Spieler gaben an, ihren Zahnschutz überhaupt zu reinigen. Von den Nutzern eines massgefertigten Zahnschutzes berichteten zudem 64 %, nie Pflegehinweise von ihrem Zahnarzt erhalten zu haben.
Das zeigt: Zahnschutz-Hygiene ist nicht nur eine Frage des Materials. Sie ist auch eine Frage des Bewusstseins.
Was passiert auf einem gebrauchten Sportzahnschutz?
Schon während des Tragens kommt ein Zahnschutz mit Speichel, Proteinen und Mikroorganismen aus dem Mund in Kontakt.
Studien zeigen, dass sich auf gebrauchten Sportzahnschützern unterschiedliche Mikroorganismen ansiedeln können. Entscheidend ist dabei nicht nur, ob ein Zahnschutz gereinigt wird.
Auch der Zustand seiner Oberfläche spielt eine Rolle.
Eine Untersuchung aus dem Jahr 2025 zeigte, dass gebrauchte und beanspruchte Sportzahnschützer deutlich rauere Oberflächen aufweisen können als neue. Auf diesen verschlechterten Oberflächen wurde unter den untersuchten Bedingungen eine ungefähr achtfach höhere bakterielle Besiedlung beobachtet.
Eine mögliche Erklärung ist einfach:
Je rauer eine Oberfläche wird, desto mehr Strukturen können Bakterien zur Anhaftung nutzen.
So können sich bakterielle Gemeinschaften und sogenannte Biofilme entwickeln.

Zahnschutz reinigen: Reicht Wasser?
Nicht jede Verschmutzung ist gleich.
Einfaches Abspülen mit Wasser kann bereits einen erheblichen Teil frischer Ablagerungen entfernen. Eine Untersuchung zur Proteinablagerung auf Sportzahnschützern zeigte beispielsweise, dass kaltes Leitungswasser einen grossen Teil der nach dem Tragen vorhandenen Proteine entfernen konnte.
Bei bakterieller Kontamination und Biofilm kann eine gründlichere Reinigung jedoch deutlich wirksamer sein.
In der Studie von Badari et al. entfernte einfaches Spülen mit Wasser unter den untersuchten Bedingungen etwa 60–70 % der bakteriellen Kontamination. Mechanisches Reinigen erreichte eine wesentlich stärkere Reduktion.
Die entscheidende Botschaft lautet deshalb nicht:
Wasser bringt nichts.
Sondern:
Wie gründlich möchtest du deinen Zahnschutz reinigen – und welche Reinigung lässt sein Material überhaupt zu?
Bei Babys selbstverständlich – beim Zahnschutz auch?
Bei Produkten für Babys stellen wir uns diese Frage kaum.
Nuggis, Sauger oder Babyflaschen sind regelmässig im Mund – und wir erwarten ganz selbstverständlich, dass sie gründlich gereinigt und je nach Produkt auch mit hoher Temperatur behandelt werden können.
Beim Sportzahnschutz scheint dieser Anspruch weniger selbstverständlich zu sein.
Viele Pflegehinweise orientieren sich nicht nur daran, wie gründlich wir reinigen möchten, sondern auch daran, was das verwendete Material überhaupt verträgt.
Das führt zu einer einfachen Frage:
Warum akzeptieren wir bei einem Produkt, das regelmässig in unserem Mund ist, Reinigungsmöglichkeiten, die wir bei anderen Hygieneprodukten kaum akzeptieren würden?
Aber wie gründlich darfst du deinen Zahnschutz überhaupt reinigen?
Genau hier wird das Thema interessant.
Viele Sportzahnschützer bestehen aus thermoplastischen Materialien. Temperatur, mechanische Reinigung und chemische Reinigungsmittel können – abhängig von Material und Konstruktion – Einfluss auf deren Oberflächeneigenschaften haben.
Damit entsteht ein möglicher Zielkonflikt:
Wir möchten einen Zahnschutz möglichst gründlich reinigen.
Gleichzeitig möchten wir seine Passform, Oberfläche und Materialeigenschaften nicht beeinträchtigen.
Deshalb stellen wir bei The Guard eine andere Frage:
Wenn ein Zahnschutz durch intensive Reinigung seine Passform verlieren kann – haben wir dann ein Hygieneproblem oder ein Materialproblem?
Warum wir bei Swiss3DGuards einen anderen Ansatz verfolgen
Bei der Entwicklung unserer Zahnschützer war für uns deshalb nicht nur Schutz, Passform und Komfort entscheidend.
Auch die Reinigungsfreiheit spielte eine Rolle.
Swiss3DGuards Zahnschützer können mit kochendem Wasser gereinigt werden. Auch eine Reinigung im Geschirrspüler ist möglich.
Dabei möchten wir bewusst keine Regel aufstellen, wie oft ein Sportler seinen Zahnschutz auf diese Weise reinigen sollte.
Denn Menschen haben unterschiedliche Hygienebedürfnisse.
Der eine möchte seinen Zahnschutz nur gelegentlich intensiv reinigen. Ein anderer vielleicht deutlich häufiger.
Wir finden, dass diese Entscheidung beim Sportler liegen sollte – und nicht beim Material.
Mehr als 100 Geschirrspülzyklen
Wir wollten deshalb wissen, was wiederholte intensive Reinigung mit unserem Zahnschutz macht.
In einem internen Praxistest durchlief ein Swiss3DGuards Zahnschutz mehr als 100 normale Geschirrspülzyklen.
Anschliessend wurde der Zahnschutz wieder beim Sport getragen.
Dabei waren weder beim Tragen noch bei visueller Prüfung relevante Veränderungen von Passform, Form oder Oberfläche feststellbar.
Wichtig ist die Einordnung:
Dieser Test ist keine klinische Hygienestudie und sagt nichts darüber aus, wie viele Bakterien durch einen Geschirrspülgang entfernt werden.
Er beantwortet eine andere Frage:
Was passiert mit unserem Zahnschutz, wenn der Nutzer ihn wiederholt intensiv reinigen möchte?
Reinigungsfreiheit statt Reinigungspflicht
Wir möchten dir nicht vorschreiben, ob du deinen Zahnschutz mit Wasser, einer Zahnbürste, einem Reinigungsmittel, kochendem Wasser oder auf eine andere geeignete Weise reinigst.
Und wir möchten dir auch nicht vorschreiben, wie häufig du das tun sollst.
Unser Entwicklungsprinzip ist einfacher:
Deine Hygienebedürfnisse sollten die Reinigung bestimmen – nicht die Beschaffenheit oder das Material deines Zahnschutzes.
Denn ein Produkt, das regelmässig in unserem Mund ist, sollte unserer Meinung nach nicht bestimmen, wie sauber wir es haben dürfen.
Fazit
Ein Sportzahnschutz schützt unsere Zähne während Training und Wettkampf.
Dabei sollte aber nicht vergessen werden, dass er regelmässig mit Speichel, Proteinen, Bakterien und anderen Mikroorganismen in Kontakt kommt.
Die Wissenschaft zeigt, dass sich Mikroorganismen auf Sportzahnschützern ansiedeln können und dass der Zustand der Oberfläche dabei eine Rolle spielen kann.
Sie zeigt ebenfalls, dass unterschiedliche Reinigungsmethoden unterschiedlich wirksam sein können.
Die Frage ist deshalb nicht nur:
Wie reinige ich meinen Zahnschutz?
Sondern auch:
Wie gründlich kann ich ihn reinigen, ohne dass der Zahnschutz selbst zum limitierenden Faktor wird?
Für uns führt das zu einem einfachen Grundsatz:
Reinigungsfreiheit statt Reinigungspflicht.

Quellen & wissenschaftliche Literatur
Badari S. et al. (2025), BMC Oral Health · Glass R.T. et al. (2011), Sports Health · Hayashi K. et al. (2022) · Borro M. et al. (2024), Dental Traumatology · Protein Deposition on Sport Mouthguards (2024), Journal of Clinical Medicine · Youth Ice Hockey Mouthguard Study (2026).
Hinweis: Angaben zu mehr als 100 Geschirrspülzyklen basieren auf einem internen Swiss3DGuards Praxistest und sind nicht Bestandteil einer klinischen Hygienestudie.

